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Deutscher Linux-Distributor lehnt Patent- und Lizenzabkommen zwischen Microsoft und Wettbewerbern ab.

Nachdem die in Amerika beheimateten Linux-Distributoren Novell und Xandros weitreichende Patent-, Lizensierungs- und Vermarktungsabkommen mit Microsoft bekannt gegeben haben, äußert sich der deutsche Linux-Anbieter Univention ablehnend zu entsprechenden Vereinbarungen und befürchtet Nachteile für Endkunden.

Bremen, 5. Juni 2007. Sowohl das Microsoft-Novell-Abkommen als auch der jetzt bekannt gewordene Vertrag zwischen Microsoft und Xandros enthalten nach den vorliegenden Informationen Regelungen, denen zu Folge Microsoft auf die Durchsetzung möglicher, aber derzeit nicht belegter Patentansprüche verzichtet und gleichzeitig Gegenleistungen wie Lizenzgebühren erhält.

„Faktisch werden Anwender bestimmter Linux-Distributionen dadurch gezwungen, Microsoft zu bezahlen, obwohl sie keine Microsoft-Produkte einsetzen“, fasst der Geschäftsführer des deutschen Linux-Distributors Univention die damit entstandene Situation zusammen und fügt hinzu: „Wir fühlen uns hiermit sehr an die bis heute kläglich gescheiterten Versuche von SCO erinnert, auf der Basis von behaupteten Schutzrechtsverletzungen Geld mit der Arbeit und dem geistigen Eigentum anderer zu verdienen.“ Univention hatte vor mehr als vier Jahren eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es SCO untersagte, zu behaupten, dass Linux unrechtmäßig erworbenes geistiges Eigentum von SCO enthalte oder, dass Anwendern daraus Kosten entstehen können. Dies wurde später in einem Vergleich zwischen SCO und Univention anerkannt. Da eine ähnliche Verfügung auch vom Softwarehaus Tarent aus Bonn erwirkt wurde, kann die Rechtslage in diesem Punkt als vergleichsweise sicher angesehen werden.

„Von größerer Bedeutung ist jedoch der von Microsoft geführte Versuch, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass Linux Microsoft-Patente verletze, ohne einen entsprechenden Nachweis geführt zu haben oder zumindest die entsprechenden Patente zu benennen“, so Gantens Interpretation der Vereinbarungen mit Xandros und Novell. Linux-Entwickler, wie Erfinder Linus Torvalds und Verbände wie der Linux Verband hatten Microsoft mehrfach aufgefordert, die behaupteten Patentverletzungen zu benennen, um sie beurteilen zu können oder entsprechende Programmbestandteile abzuändern, falls sich zeigen sollte, dass tatsächlich eine Patentverletzung vorliegt. Seitens Microsoft ist eine Reaktion auf solche Aufforderungen bisher aber noch nicht erfolgt.

„Die Nicht-Nennung der Patente und die Nicht-Behauptung der Patentverletzungen auf den deutschsprachigen Webseiten von Microsoft belegt klar, dass die Redmonder keine gesicherten Positionen vertreten, sondern vor allem Unsicherheit erzeugen wollen“, konstertiert Univention-Chef Ganten und erläutert die Strategie des Bremer Distributors: „Glücklicherweise sind in Deutschland und Europa bestimmte Wettbewerbsmethoden nicht zulässig. Wir werden, wie auch im Fall von SCO, sehr genau beobachten, ob und wann diese Grenzen überschritten sind und uns dann dagegen zur Wehr setzen. Unseren Kunden werden wir auf jeden Fall keine unnötigen Lizenzgebühren zumuten, nur weil hier nicht belegte Behauptungen in den Raum gestellt sind.“

Die Univention GmbH ist Mitglied im Linux Verband und Unterstützer der Unternehmer-Initiative patentfrei.de.

 

Über Univention

Die Univention GmbH gehört im deutschsprachigen Bereich zu den führenden Anbietern von Lösungen und Dienstleistungen, die Organisationen den Wechsel zu wirtschaftlichen Linux-Lösungen gestatten. Im Mittelpunkt stehen die Linux-Komplettlösung Univention Corporate Server (UCS), die Groupware-Komplettlösung Univention Groupware Server (UGS) sowie der Linux Desktop Univention Corporate Desktop (UCD). UCS ist eine moderne Enterprise-Linux-Distribution auf der Basis von Debian GNU/Linux und lässt sich wegen des integrierten Managementsystems selbst in anspruchsvollen Umgebungen einfach und zentral einsetzen und verwalten. Das Produkt passt sich mit mitgelieferten Konnektoren (z.B. zu Microsoft Active Directory) gut in vorhandene Infrastrukturen ein und erlaubt eine einfache Migration, z.B. von Windows (NT, 2000, 2003) zu Linux. Bei UGS handelt es sich um eine auf UCS basierende Groupware-Lösung, die gemeinsam mit dem Kolab-Konsortium entwickelt wird. Gemeinsam mit Scalix bietet das Unternehmen mit „Scalix für UCS“ außerdem eine weitere Groupware-Komplettlösung für den Enterprise-Bereich an.

 

Kontakt zu Univention:

Univention GmbH
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Mary-Somerville-Straße 1
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