Kurzbeschreibung und Projektziele
Arcelor Bremen und die Univention GmbH haben gemeinsam eine Infrastruktur für Roll-Out, Softwareverwaltung, Betrieb und Management Linux-basierter „Managed Clients“ implementiert. Die wesentlichen Projektbestandteile waren:
Implementierung einer Linux-basierten Client-Infrastruktur zum vereinfachten Zugriff auf Citrix-Server
Velängerung der Lebensdauer vorhandener Desktop-Hardware
zentrale Verwaltung von Erst- und Neu - Installationen
zentrale Verwaltung und Automatisierung von Software-Aktualisierungen für die Client-Hardware
zentrale Zuweisung von freigegebenen Anwendungen pro Client
Anwender
Die Arcelor Bremen GmbH hat ihren Standort direkt am Unterlauf der Weser auf einem ca. sieben Quadratkilometer großen Gelände im Norden von Bremen. Seit 1957 wird hier Stahl produziert.
Als zweitgrößter Arbeitgeber der Region verfügt Arcelor Bremen über hochtechnisierte Anlagen, mit denen bis zu vier Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt werden können.
Arcelor Bremen gehört zum Stahlkonzern Arcelor, dessen Zentrale in Luxemburg liegt.
Ausgangssituation und Aufgabenstellung
Auf dem Gelände von Arcelor Bremen wurden in den verschiedenen Produktionsstandorten Windows NT 4-basierte Rechner betrieben. Der auf den Rechnern ausgeführte Citrix-Client erlaubte es den Mitarbeitern in der Produktion, auf produktionsnahe Anwendungen zuzugreifen, die auf zentralen Servern installiert sind. Mit der Abkündigung der Unterstützung des Betriebssystems Windows NT 4 Workstation durch Microsoft, ergab sich für Arcelor Bremen bezüglich dieser Clients Handlungsbedarf. Als Alternative zu NT 4 kam in erster Linie das Betriebssystem Windows XP in Betracht. Dies hätte allerdings die Anschaffung neuer Lizenzen für Windows XP und auf Grund der Hardwareanforderungen von etwa 140 neuen Client-Rechnern erfordert.
Ziel war es deswegen, eine deutlich kostengünstigere Lösung zu finden, bei der die vorhandene Hardware weiterverwendet werden konnte. Bei der zu implementierenden Lösung sollte darüberhinaus die Forderung nach zentraler Administration im Vordergrund stehen, da alle Client-Systeme auf dem gesamten Gelände verteilt sind. Es musste also eine Lösung gefunden werden, die Installation, Wartung und Benutzerunterstützung aus dem zentralen Rechenzentrum ermöglicht, da das Aufsuchen der Rechner vor Ort durch Mitarbeiter der IT-Abteilung zu zeitaufwändig ist.
Die neue Lösung sollte es außerdem dem Anwender so einfach wie möglich machen, auf alle bekannten und freigegebenen Anwendungen direkt zuzugreifen, in keinem Fall durfte eine Notwendigkeit zur Schulung oder Umstellung der Anwender entstehen.
Lösungsidee
Durch die Verfügbarkeit des Citrix-Client für Linux ist es möglich, dieses Betriebssystem als Plattform zu verwenden. Die geringen Hardware-Anforderungen von Linux sprachen ebenfalls für einen Einsatz auf den bereits vorhandenen Client-Rechnern.
Die Linux-Komplettlösung Univention Corporate Server (UCS) erfüllte bei Betrachtung bereits die Mehrzahl der genannten Anforderungen ohne weitere Anpassungen. Die zentrale Verwaltung und Administration von Client-Rechnern, netzbasierte Installation und automatisierte Softwarepflege sind wesentliche Eigenschaften des verzeichnisdienstbasierten UCS Managementsystems. Nach Durchführung einer Teststellung viel die Entscheidung für dieses System deswegen leicht.
Umsetzung
Als zentrale Instanz der Lösung wurde ein UCS System als Domaincontroller Master eingesetzt, das für die Verwaltung der eingesetzten Clients verwendet wird. Da bei Arcelor bereits eine große VMware-Installation vorhanden ist und gute Erfahrungen hinsichtlich Überwachung und Sicherung dieser Systeme gemacht wurden, wurde auch der Domaincontroller Master in VMware implementiert. Über einen Web-Browser lässt sich das auf diesem System installierte UCS-Managementsystem bedienen.
Da alle Client-Rechner über die eingebauten Netzwerkkarten booten können, lässt der UCS-Client sich auf diesen Rechnern im Rahmen der netzbasierten Installation aufspielen. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Rechner im Managementsystem mit seiner MAC-Adresse eingetragen und er für die Neuinstallation beim nächsten Systemstart vorgesehen wurde. Wird der Rechner eingeschaltet, beginnt die Installation. Der zu installierende Softwareumfang und alle Einstellungen werden über UCS Installationsprofile definiert, so dass die Installation vollkommen unbeaufsichtigt durchgeführt werden kann.
Die Flexibilität und einfache Erweiterbarkeit der Lösung erlaubten es, auch die restlichen Anforderungen mit wenig Aufwand zu erfüllen. UCS unterstützt auf Desktop Systemen die automatische Ausführung von Programmen, ohne dass ein Benutzer sich am System anmelden muss. Durch diesen Mechanismus konnte der automatische Start des Citrix-Clients einfach realisiert werden.
Da alle Parameter des Clients im Verzeichnisdienst des UCS Managementsystems gespeichert und administriert werden und der Umfang dieser Daten leicht erweitert werden kann, war es möglich, für jeden Client zu erfassen, welche freigegebenen Anwendungen über den Citrix-Client verwendet werden sollen. Beim Systemstart werden diese Informationen aus dem Verzeichnisdienst ausgelesen, so dass die Konfiguration des Citrix-Clients daraus erstellt dynamisch erstellt werden kann.
Der Rechner wird eingeschaltet, die freigegebenen Anwendungen werden in die Konfiguration des Citrix-Clients übernommen, dieser wird ausgeführt und es wird ohne Benutzereingabe die freigegebene Anwendung gestartet. Bis auf ein für Arcelor angepasstes Boot-Logo sieht der Benutzer nur die freigegebene Anwendung. Beendet der Anwender diese, wird über einen einfachen Dialog abgefragt, ob das System ausgeschaltet oder die Anwendung erneut gestartet werden soll. Auch ohne Verbindung der Client-Rechner zum UCS Managementsystem sind die Systeme einsatzbereit, da alle aus dem Verzeichnisdienst gelesenen Konfigurationen lokal zwischengespeichert werden.
Anwenderfazit
Der Projektverantwortliche bei Arcelor-Bremen, Klaas-Henning Zweck, zuständig für den Bereich Informationsmanagement bei Arcelor, ist mit der geschaffenen Lösung rundum zufrieden. „Sie hat sich als sehr zuverlässig und flexibel erwiesen, alle unsere Anforderungen wurden vollständig erfüllt“. Darüberhinaus lobt Zweck aber auch die gute Zusammenarbeit mit Univention: „Die Zusammenarbeit mit unseren Ansprechpartnern bei Univention hat wunderbar funktioniert, es wurde effizient auf alle Anforderungen eingegangen und auch die während jeden IT-Projekts unvermeidlichen, kleinen Änderungs- oder Ergänzungswünsche konnten unbürokratisch umgesetzt werden“.
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